Christkönig
Das klingt erstmal nach Prunk, Macht und Herrschaft – doch genau das bricht dieses Fest auf.
Jesus ist kein König mit Krone und Palast. Seine "Macht" zeigt sich im Dienen, im Heilen, im Aushalten. Er verzichtet auf Gewalt, entscheidet sich für Liebe und stellt die Letzten an die erste Stelle. Genau deshalb wurde das Fest 1925 von Papst Pius XI. eingeführt: Als Kontrast zu Ideologien, die Menschen unterdrücken. Als Erinnerung daran, dass wahre Größe sich in Demut zeigt.
Christkönig ist auch der Jugendsonntag – ein Tag, an dem junge Menschen im Zentrum stehen. In Oberösterreich wurde dieser Tag bewusst als Zeichen gegen nationalsozialistische Vereinnahmung an diesen Tag verlegt. Die Katholische Jugend wollte damals zeigen: Nicht irgendein Regime, sondern Christus ist unser Maßstab. Bis heute feiern in Oberösterreich viele Jugendgruppen diesen Tag bewusst. Es werden Gottesdienste von ihnen mitgestaltet: kreativ, kritisch, gemeinschaftlich.
Christkönig ist auch das Ende des Kirchenjahres. Dieses endet somit mit einem Fest, das nicht den Rückblick in den Mittelpunkt stellt, sondern den Ausblick. Es stellt die Frage: Wer oder was bestimmt eigentlich mein Leben? Und wofür stehe ich? Christkönig lädt dazu ein, Führung neu zu denken – nicht über andere, sondern mit anderen. Vielleicht ist genau das die Stärke eines Königs, der nicht herrscht, sondern begleitet.
