Fronleichnam
Es wird 60 Tage nach Ostern gefeiert, immer an einem Donnerstag – und stellt die Eucharistie in den Mittelpunkt: das Brot, das im Gottesdienst geteilt und als Leib Christi verstanden wird.
Der Name klingt alt: „Fronleichnam“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen – „vron“ für „Herr“ und „licham“ für „Leib“. Gefeiert wird also: Jesus ist in der Gestalt des Brotes wirklich da. Nicht als Bild oder Erinnerung – sondern gegenwärtig. Was sonst in der Kirche bleibt, geht an diesem Tag nach draußen. In einer feierlichen Prozession wird die Hostie in einer Monstranz durch Straßen und Felder getragen – begleitet von Musik, Gebet und Blumenschmuck. In vielen Orten werden kunstvolle Blumenteppiche gelegt, die für diesen einen Tag den Boden schmücken.
Die Idee dahinter ist klar: Was im Gottesdienst gefeiert wird, gehört nicht nur in die Kirche. Es gehört in den Alltag, ins Leben, auf die Straße. Fronleichnam will zeigen: Der Glaube bleibt nicht unter sich – er geht mit.
Das Fest entstand im 13. Jahrhundert, als Zeichen dafür, wie wichtig die Eucharistie ist. Und es stellt bis heute die Frage: Wo ist der Glaube bei dir sichtbar?
