Allerheiligen Allerseelen
Zwei Tage, die uns mit dem Leben und dem Tod in Kontakt bringen – und damit auch mit uns selbst.
Am 1. November feiert die Kirche Allerheiligen. Seit dem Jahr 835 (Papst Gregor IV.) erinnert dieses Fest an alle, die „ihre Vollendung in Gott gefunden haben“ – nicht nur an die offiziell Heiliggesprochenen, sondern auch an all jene, deren Leben Glaube, Hoffnung und Liebe sichtbar gemacht hat. Und das können Menschen ganz ohne Denkmal sein – auch heute. Heiligkeit ist kein Ausnahmezustand, sondern eine Einladung, den Alltag im Licht Gottes zu leben.
Am 2. November folgt Allerseelen – eingeführt im Jahr 998 von Abt Odilo von Cluny. Ein Tag, um der Verstorbenen zu gedenken. Menschen bringen Blumen, zünden Kerzen an, nehmen sich Zeit fürs Erinnern. Es geht um das, was bleibt – und um die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Dass diese Tage direkt nach Halloween liegen, ist kein Zufall. Schon im alten keltischen Kalender markierte der 1. November das Neujahr – mit dem Glauben, dass die Grenze zwischen Leben und Jenseits besonders durchlässig ist.
Vielleicht sind Allerheiligen und Allerseelen deshalb so wichtig: Weil sie uns daran erinnern, dass Glaube konkret wird – in Beziehungen, im Mitfühlen, im Erinnern. Dass es Menschen gibt, die unser Leben geprägt haben. Und dass wir selbst Spuren hinterlassen – heute, im Kleinen, jeden Tag.
