Gründonnerstag
Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl. Jesus weiß: Das ist sein Abschied. Er bricht das Brot, reicht den Wein, spricht die Worte, die Millionen Christen bis heute begleiten: „Das ist mein Leib… Das ist mein Blut… Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Mitten im Mahl steht plötzlich mehr als nur Gemeinschaft auf dem Spiel – es geht um Hingabe, um Vertrauen, um das, was bleibt.
Und dann: dieser Moment. Während Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht – ein krasser Akt der Demut – verlässt Judas leise den Raum. 30 Silberlinge, ein Kuss, ein Verrat. Der dümmste Deal der Geschichte? Vielleicht. Jedenfalls der berühmteste.
Heute wird der Gründonnerstag mit einer besonderen Messe gefeiert. Ohne Schlusssegen – weil es noch nicht vorbei ist. Die Glocken schweigen, in Österreich übernehmen die Ratschenkinder. In manchen Regionen isst man traditionell „Grünes“ – Spinat, Kräutersuppe – auch wenn der Name Gründonnerstag gar nichts mit der Farbe zu tun hat. „Greinen“ (weinen) steckt darin. Und ja, irgendwie passt das.
Denn dieser Abend ist der Moment vor dem Umbruch. Die letzte Stille vor dem Sturm. Und die Frage bleibt: Was bedeutet es eigentlich, einander wirklich zu dienen?
