Erntedank
Es geht bei diesem Fest um etwas, das im Alltag leicht vergessen wird: dankbar zu sein für das, was da ist.
Ursprünglich war Erntedank vor allem ein bäuerliches Fest. Wenn das letzte Getreide eingebracht, die Felder abgeerntet, das Obst und Gemüse verarbeitet war, wurde Gott für eine gute Ernte gedankt. Während das Fest früher vor allem im bäuerlichen Leben verankert war, wird es heute auch in Städten gefeiert – oft losgelöst von der unmittelbaren Landwirtschaft. Aber die Frage bleibt: Wovon leben wir – und wem verdanken wir es?
In vielen Kirchen werden Altäre mit Früchten, Brot, Blumen und Feldfrüchten geschmückt. Erntekronen aus Getreide zeigen, was über den Sommer gewachsen ist. Oft bringen Menschen symbolisch Gaben mit, die dann gespendet werden. Auch Umzüge oder Prozessionen gehören in manchen Regionen dazu – ganz unterschiedlich, je nach Ort.
Erntedank lädt ein, genauer hinzuschauen: Woher kommt mein Essen eigentlich? Wer hat dafür gearbeitet? Und wie gehe ich mit diesen Ressourcen um? Das Fest macht deutlich: Nichts ist selbstverständlich – weder die vollen Regale im Supermarkt noch die täglichen Mahlzeiten.
Vielleicht ist Erntedank ein guter Moment, mal innezuhalten. Nicht, um sich schlecht zu fühlen, sondern um bewusst „Danke“ zu sagen – für das, was uns nährt. Und vielleicht auch dafür, dass wir die Möglichkeit haben, zu teilen.
