Mariä Lichtmess
Erstgeborene Söhne sollten Gott geweiht werden – also bringen Maria und Josef ihr Kind nach Jerusalem. Dort treffen sie auf den greisen Simeon, der in Jesus den Retter erkennt und das berühmte „Nunc dimittis“ spricht: „Nun lässt du, Herr, deinen Diener in Frieden scheiden.“
Zum anderen geht es um die Reinigung Marias: Nach damaligem Brauch galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als „unrein“. Maria unterzog sich diesem Ritus – obwohl sie als Gottesmutter eigentlich ausgenommen gewesen wäre.
Aus diesen beiden Momenten entwickelte sich ein Fest mit viel Symbolkraft. Denn Jesus wird als das „Licht der Welt“ erkannt – daher auch der Name „Lichtmess“. Bis heute werden an diesem Tag die Kerzen für das Kirchenjahr gesegnet. In vielen Gemeinden gibt es Lichterprozessionen.
Traditionell galt Mariä Lichtmess als Ende der Weihnachtszeit – in manchen Gegenden wurden erst an diesem Tag: die Krippen abgebaut und die Christbäume aus den Häusern getragen. Auch im bäuerlichen Jahreslauf hatte das Fest Bedeutung: Dienstboten wechselten ihre Arbeitgeber, der Lohn wurde ausgezahlt – ein echter Schnittpunkt zwischen Alltag und Glauben.
