Methode ''Atme in mir, Heiliger Geist''
Im Atem ist Leben. Das biblische Menschenbild kennt diesen Atem als einen Geist, der von Gott kommt, in Bewegung bringt und Leben schafft. Die Atemübung – die Wahrnehmung des eigenen Atems – kann die Jugendlichen für den Leben schaffenden Geist Gottes, der in uns ist und uns antreibt, sensibel machen. Der Atem kommt und geht in einem regelmäßigen Rhythmus. Geeignete Stellen, den Atem wahrzunehmen, sind die Nasenfügel und die Bauchdecke.
Bei dieser Übung ist wichtig, dass Sie selber durch die Art, wie Sie die Übung mitmachen, bereits einen Großteil der Führung übernehmen. Die Übung wird im Sitzen ausgeführt.
Vorbereitung
Wir setzten uns so, dass wir die Füße hüftbreit aufstellen können. Drückt die Füße fest auf den Boden. So sind wir verankert und die Wirbelsäule ist über das Becken bis zum Nacken aufgerichtet. Jetzt hat der Atem Raum und kann schwingen.
Übung
Wir stellen die Nase in Riechstellung, so als wollten wir an einer Blume schnuppern. So können wir deutlich das Einströmen der Luft wahrnehmen. Jetzt wieder langsam die Luft ausströmen lassen, evtl. mit weichem Sch – h – h – h (3x wiederholen). Jetzt nehmen wir zur Unterstützung noch die Arme dazu:
- Arme in Schulterhöhe locker vorstrecken.
- Während der Einatmung sich öffnen, dabei Arme und Hände zur Seite führen; wahrnehmen, wie sich der Brustkorb weitet.
- Während der Ausatmung führen wir die Hände in Schulterhöhe wieder langsam zusammen.
- Wieder nehmen wir die Arme zur Seite, werden weit, lassen den Atem wieder langsam einströmen, atmen langsam aus und führen die Hände wieder zusammen.
- Jetzt jedeR im eigenen Rhythmus.
Genug Zeit für die Übung nehmen und mit folgendem Text abschließen:
„Gott nahm Erde, formte daraus einen Menschen und blies ihm den Lebensatem ein. So wurde er lebendig“. Mit der nächsten Ausatmung zum Schluss kommen und Arme fallen lassen, locker neben dem Körper schlenkern.
Gespräch/Austausch:
Die Jugendlichen können sagen, was sie bewegt hat und wie es ihnen ergangen ist. Verweisen Sie auf den Zusammenhang zwischen der Atemübung und der Erfahrung des Geistes Gottes. Greifen Sie dazu auf die genannte Bibelstelle zurück (Gen 2,7).
Der Schöpfungsbericht (Gen 2,7) deutet den Lebensatem als von Gott kommend. Atem geht also über die reine Sauerstoffaufnahme hinaus. Gott blies dem Menschen Leben/Geist ein. An Pfingsten entdecken die Christen die Mitteilung des Geistes Gottes im Brausen und im Sturm, der sie zu gestärkten Menschen macht.
Die Beziehung zwischen meinem Atem und dem Wirken des Geistes Gottes lässt sich auf dem Hintergrund der Übung so verdeutlichen: Der Atem erhält uns am Leben und ist damit Grundlage für die Bewegung. Atem macht frei. In gleicher Weise schenkt Gottes Geist Freiheit.
