Gruppenstunde ''Kopftuch, Kreuz und Hennapunkt''
| Zeit | Methode | Inhalte/Stichworte | Sozialform | Material |
| Ziel |
Immer wieder flammen Diskussionen auf, ob zum Beispiel muslimische Lehrerinnen mit einem Kopftuch unterrichten dürfen oder nicht oder ob man nicht die christlichen Kreuze aus den Schulklassen verschwinden lassen soll. Konsequenterweise hieße das aber auch, dass christliche Nonnen nicht mehr in ihrer Schwesterntracht ausgehen, in weiterer Folge Bayern keine Weißwürste vor Mittag zuzeln und die Tiroler nicht mehr von den Bergen jodeln dürften. Überhaupt bin ich dafür, dass wir alle in Sack und Asche gehen und jedeR ihren Glauben, seine Ansichten und Weltanschauungen tunlichst darunter verbergen möchte.
Vielleicht geht es aber auch, dass wir uns mal umschauen und versuchen, dahinter zu kommen, warum andere Menschen etwas anderes glauben, sich anders geben und das noch dazu ganz normal finden. Wie wäre es mal mit einer Verkleidungsstunde mit Hintergründen? |
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| 5 Min. |
Die Materialien werden sortiert auf Tischen aufgelegt. Die/der GruppenleiterIn lädt die Gruppe ein, eine Reise mitzumachen. Wir steigen in die Transsibirische Eisenbahn und fahren Richtung Osten. |
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| 20 Min. |
1. Station Russland (Orthodoxe Christen)
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Was ist typisch für das Land – was ziehen die Menschen an – wir versuchen, uns russisch zu kleiden. Als Hinweis: Matrjoschka (Russische Puppe) – bunte Röcke, bunte Kopftücher mit Fransen bzw. dunkle Mäntel, gerade Kopfbedeckungen… Alle helfen sich gegenseitig, möglichst typisch auszusehen.
Was glauben sie – wie beten sie – wie sehen ihre Gebetshäuser aus? Wir sammeln, was wir wissen (zum Beispiel auf einem Plakat).
Dann wird noch die/der bestangezogensteN OrthodoxeN unter uns gewählt. DieseR bleibt bis zum Ende der Stunde so verkleidet. |
Plenum | sämtliches Material |
| 20 Min. |
2. Station: Türkei (Muslime) |
Was ist typisch für dieses Land – was ziehen die Menschen an – wir versuchen, uns arabisch zu kleiden. Als Hinweis: Pluderhosen, Fes, Hemden, Kopftuch… Wir versuchen wieder alle (ausgenommen die/der SiegerIn der Orthodoxen) möglichst typisch auszusehen.
Was glauben sie – wie beten sie – wie sehen ihre Gebetshäuser aus? Wir sammeln wieder, was wir wissen. |
Plenum | sämtliches Material |
| 20 Min. |
3. Station: Indien (Hinduisten) |
Wieder wiederholt sich das Sammeln des Typischen, das Verkleiden und die Überlegungen zur Religion |
Plenum | sämtliches Material |
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Weitere mögliche Stationen: Israel (Judentum), Arabien (Buddhismus), China (Daoismus)… Die Gruppenstunde kann nach Belieben mit mehr oder weniger Religionen gefüllt werden. Einen guten Überblick bietet |
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| 15 Min. |
Am Ende sind fast alle verkleidet. Nun sollen die letzten noch als typische ChristInnen verkleidet werden. Abschließende Impulsfragen: Fällt uns etwas ein, was im Vergleich zu den anderen Religionen typisch für die christliche Religion ist? Gibt es weitere Zeichen als ein Kreuz an einem Ketterl? Wer von euch trägt eines? Warum, warum nicht? Warum tragen wir ChristInnen keine typischeren Zeichen unseres Glaubens? Warum haben wir Probleme damit, wenn andersgläubige Menschen, sich gemäß ihrer Kultur / Religion kleiden? Was ist uns nach dieser Stunde wichtig? |
Plenum |
