Gruppenstunde ''Vorurteile''
In zwei Gruppenstundenvorschlägen geht es nun um das Thema “Vorurteile” - diese Stunden passen auch gut nacheinander; oder wähle aus, was dir für deine Gruppe geeigneter erscheint!
| Zeit | Methode | Inhalte/Stichworte | Material |
| 30 Min. | Vorurteile |
Eröffnungsspiel: Bedrohungskreis (siehe Konflikte in der Jugendgruppe)
Thema “Menschenkenntnis”: Die Gruppe wird zweigeteilt. Nun werden verschiedene Bilder von Menschen aufgelegt, dazu sollen die TN Eigenschaften formulieren; die einen bekommen negative Vorinformationen (“darunter könnte auch ein Verbrecher sein”), die anderen keine Vorinformationen. Zur Aufarbeitung erfolgt der Vergleich der Ergebnisse, dann das Gespräch in der Gruppe darüber.
Mündliches Brainstorming zu “Vorurteilen”: Wo begegnen sie mir?
Diskussion/Reflexion
Als Abschluss ein Spiel (z.B. “Mörder”) Die TN schließen die Augen. Der/die GL bestimmt einen oder mehrere MörderInnen (1 für 8 TN, 2 für 12 TN, 3 für 16 TN,...) mit einer Berührung auf die Schulter. Wenn das geschehen ist, dürfen die TN die Augen wieder öffnen. Nun bewegen sich alle TN durch den Raum. Der Mörder „tötet“ durch zublinzeln, kurz nach dem „Attentat“ „stirbt“ das Opfer spektakulär. Wenn mindestens 2 MitspielerInnen einen Verdacht haben, wer der Mörder sein könnte, melden sie das bei der Spielleitung. Auf „1,2,3“ zeigen sie auf die Person, die sie verdächtigen. Haben sie verschiedene Personen im Visier, passiert nichts. Wenn sie eine falsche Person beschuldigen, sterben sie selbst. Wenn sie gemeinsam den richtigen Mörder verdächtigen, dann ist dieser entlarvt und aus dem Spiel. Dieses Spiel endet „natürlich“: entweder bleiben keine MörderInnen oder keine TN mehr über. |
Plakat, Stift, verschiedene Bilder von Menschen |
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30 - 60 Min. |
Schwarzer Peter |
Schwarzer Peter“ ist ein Spiel, das dazu anregt, den Gründen und Ursachen für AusländerInnenfeindlichkeit und Rassismus in Österreich nachzugehen. Es behandelt die Frage nach den Opfern, wer die Täter sind und wo die Schuld für alles zu suchen ist. Mit anderen Rollen ist dieses Spiel auch zu jedem anderen Thema zu verwenden, wo jemand “Schuld” hat.
Ablauf: Alle MitspielerInnen sitzen in einem Kreis. Jeder/m TN wird anhand eines Klebeetiketts eine Rolle zugewiesen, die für alle gut sichtbar angeheftet wird. Die Spielleitung nimmt die Karte des „Schwarzen Peters“, sucht sich aus der Reihe der MitspielerInnen eine Rolle heraus und schiebt der betreffenden Person für alle sichtbar den „Schwarzen Peter“ zu. Die Übergabe muss begründet werden, z.B. „Schuld an rassistischen Phänomenen ist die FPÖ, weil sie ...“ Die Person, die den „Schwarzen Peter“ erhalten hat, kann die Schuld zurückweisen, in dem sie sich als Opfer darstellt. Anschließend sucht sie nun selbst eine RollenvertreterIn aus, der sie ihrerseits die Karte zuschieben kann.
Es kann die Regel aufgestellt werden, dass jeder den „Schwarzen Peter“ nur einmal bekommen darf. Dann wäre das Ende des Spiels erreicht, wenn jemand als letzter die Karte nicht mehr los wird.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass alle die Karte beliebig oft erhalten dürfen. In diesem Fall kann während des Spiels mitnotiert werden, welche RollenvertreterInnen den „Schwarzen Peter“ am häufigsten zugeschoben bekommen.
Das Spiel ist spätestens dann zu Ende, wenn den RollenvertreterInnen die „Argumente“ ausgehen oder sie sich wiederholen. Im Anschluss an das „Schwarzer–Peter–Spiel“ setzen sich die MitspielerInnen im Kreis zusammen und erzählen sich, wie sie sich dabei gefühlt haben.
Zweite Runde: Eine zweite Runde kann mit offenen Rollen zur Frage „Wer sind die Hauptleidtragenden an der österreichischen Asylpolitik?“ gespielt werden. z.B.: AsylbewerberInnen, Kinder, Arbeitslose, soziale Organisationen,...
Kommentar: Im Lauf des Spiels erfahren die TeilnehmerInnen, wie leicht es ist, Schuld zurückzuweisen und weiterzugeben. Dies zu thematisieren ist der Hauptzweck von „Schwarzer Peter“. Außerdem eignet es sich auch zur Hinterfragung von Opfer- und Täterrollen. Besonders zu beachten ist, ob sich reale VertreterInnen von Rollenzuschreibungen in der Gruppe befinden. Diese sollen sich dann nicht selbst spielen, sondern sich in eine andere Rolle/Position hinein versetzen. |
„Schwarze Peter“- Karte, mit unten stehenden Rollen beschriebene Etiketten oder Klebestreifen |
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Vorlage Spielkarten:
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soziale Organisationen
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Die ÖVP |
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Die EU
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Die Wirtschaft | Die Polizei |
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Die Arbeitslosen
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Ausländer/Innen |
Die Grünen |
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Die FPÖ
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Die Medien | Neonazis |
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Jörg Haider
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Bürgerkriege | offene Rollen |
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Die SPÖ
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Die Bevölkerung | offene Rollen |
