Gruppenstunde ''Wer schweigt, stimmt zu''
| Zeit | Methode | Inhalte/Stichworte | Sozialform | Material |
| 15 Min. | Einleitung - Brainstorming |
Was verbinden die Jugendlichen mit dem Begriff Politik? - Namen, Parteien, Funktionen, Slogans, Ideologien, Geschichte, ... sammelt was Politik alles ist - sein kann. |
Alle | |
| 20 Min. | PolitikerInnen bauen |
Je 2 - 3 Jugendliche sollen eine Gruppe bilden. Wie sieht die/der typische PolitikerIn aus, welche Eigenschaften hat sie/er? Die Jugendlichen sollen ihr Klischee zu Papier bringen. Zeichnen, beschreiben, darstellen - alles ist erlaubt. |
Kleingruppen | |
| 30 Min. | Rollendiskussion |
Die Jugendlichen sollen sich nun selbst in die Position von PolitikerInnen versetzen. Diskutieren gefällt immer. Das Thema ist vollkommen unwichtig. Die einzelnen Personen sollten nach Thema gewählt sein. Auf kleinen Kärtchen soll jede/r Jugendliche kurz seine/n Beruf, ihr/sein Alter und ihre/seine Meinung zum Thema bekommen. Ein/e Jugendliche/r soll die Moderation übernehmen und wenn es zu viele Jugendliche sind, dann sollen ein paar Jugendliche die Beobachtung der Diskussion übernehmen, sonst soll dies die/der GruppenleiterIn tun. Nach der Diskussion soll kurz reflektiert werden. Themen können von lustigen Themen wie „Nackt baden“ bis zu ernsten Themen wie „Euthanasie“ gewählt werden. Wichtig ist ein Thema zu verwenden, bei dem jede/r mitreden kann und, dass spannend ist. |
Alle | Vorbereitungskärtchen |
| 20 Min. | Todesurteil |
ist eine sehr heftige Methode und nur zu empfehlen, wenn die Gruppe gut eingespielt ist und die/der Gruppenleiter/In kritische Situationen im Griff hat. Sie muss auch ausführlich reflektiert werden. Auf einer Karte werden 4 Personen mit a) Namen, b) Nationalität und c) Verbrechen aufgeführt. Jeder wählt die Person, die sie zu Tode verurteilen (natürlich anonym) würde. Die/der GruppenleiterIn führt die Auszählung durch. Nach der Abstimmung wird vorgelesen xxx abgegebene Stimmen - davon ungültig yyy. Daraufhin sollen die Jugendlichen gefragt werden ob sie für die Todesstrafe stehen oder nicht, warum sie dann jemanden zu Tode verurteilt haben und wie sie sich jetzt fühlen. Ziel ist es die Jugendlichen dazu zu bewegen komplexer und kritischer zu denken. |
Alle | Stimmzettel |
| 30 Min. | Grundwerte |
Parteien haben durchschnittlich sechs Grundwerte. Es ist interessant mit den Jugendlichen ein Wertebrainstorming zu machen. Dann sollen die vielen Werte in der Diskussion auf sechs Werte reduziert werden. Dabei werden Schwierigkeiten auftreten. Wenn ihr nicht mehr weiter kommt, schaut euch die Grundwerte der Parteien an. Auf welche Werte verzichten sie? |
Alle | Grundwerte der Parteien |
Anhang - Rollendiskussion ''Nackt baden''
BÜRGERMEISTER: Du bist der Bürgermeister für alle, bist gleichzeitig aber auch ein konservativer (traditioneller) Politiker und bist deswegen gegen einen „Zwang„ die Kleider in einem Bad ablegen zu müssen. Allerdings versuchst du auf die Bürger deines Dorfes einzugehen, denn: die nächsten Wahlen kommen bestimmt !!!
GEMEINDERAT: Du bist ein fortschrittlicher Politiker und kommst von einer Partei, die sich für die Neuregelung einsetzt. Du versuchst sachlich zu argumentieren, kannst aber eine gewisse Polemik (Beschimpfungen) gegenüber dem Bürgermeister nicht aussparen.
ARZT: Du trittst für Freiheit ein und bist daher dagegen diese Regelung verpflichtend einzuführen. Du selber hättest aber kein Problem damit, im Bad nackt zu sein. Du achtest auch darauf niemanden zu verärgern, denn irgendwann siehst du sie alle in deiner Praxis wieder.
PSYCHOLOGIN: Du bist eine Befürworterin dieser Gesetzesnovelle, denn du kämpfst für eine freizügigere Gesellschaft. Darum wirst du den Bedenken der Mutter entschieden entgegentreten. Für dich hat es keine Nachteile, wenn sich die Menschen unverkrampfter mit ihrer Sexualität beschäftigen.
MUTTER: Du willst die Leute noch einmal zum Überdenken ihrer Meinung bringen, bringst immer wieder die Sorge um deine beiden Kinder ein und bildest deine Meinung zu diesem Thema erst in der Diskussion. Du hörst dir die skeptische Meinung des Doktors und die begeisterte der Psychologin an und ziehst daraus deine Schlüsse.
VATER: Du bist ein starker Befürworter der Neuregelung. Es hat dir immer schon missfallen, dass du ins Bad nicht so wie „Gott uns schuf„ gehen konntest, sondern lästige Kleider tragen musstest. Du hoffst, dass dies nun vorbei ist und zeigst kein Verständnis für Menschen die sich dieser Meinung widersetzen.
SCHÜLERIN: Du bist eine skeptische Befürworterin der Neuregelung, kannst dir die Verpflichtung zur Nacktheit nicht vorstellen, sehr wohl aber, dass viele Leute von der Möglichkeit Gebrauch machen würden. Du glaubst nicht, dass Jugendliche von dieser Möglichkeit Gebrauch machen würden.
BADEMEISTER: Du bist starrköpfig und beharrst auf den alten Gegebenheiten. Du sagst, es wäre schlecht für den Tourismus wenn die Einheimischen alle nackt in deinem Bad liegen würden. Du kannst dir außerdem nicht vorstellen, dass überhaupt noch Leute in dein Bad kommen würden wenn dieses Gesetz gelten würde.
REPORTERIN: Du bist die Diskussionsleiterin und passt auf, dass keiner der Diskutanten auf die persönliche Ebene wechselt. Du versuchst immer wieder auf die verschiedenen Aspekte einzugehen. Du selber bleibst objektiv, stellst allerdings provokante Fragen.
MODEL: Du lehnst die Neuregelung strikt ab, weil dir sonst jemand etwas weggucken könnte. Du sagst, du würdest nicht mehr in das Bad gehen wenn man keine Kleider anziehen dürfe. Du sagst wer einen Bikini anhabe sei entweder sexy genug, oder sei es ohne auch nicht.
