Gruppenstunde ''(Sex-)Klischees''
| Inhalte/Stichworte | |
| Inhalt |
Reflexion von und Auseinandersetzung mit (Sex-) Klischees über Männer und Frauen. Manche der Klischees, mit denen in dieser Übung gearbeitet wird, erscheinen vielleicht lächerlich und überholt. Trotzdem wirken sie unbewusst und setzen Jugendliche unter Druck. Dieser Druck kann durch Bewusstmachung und Auseinandersetzung gemindert werden. |
| Durchführung |
Die Jugendlichen schreiben aus jeder Liste drei Aussagen heraus, deren Inhalt sie momentan am meisten anspricht oder beschäftigt. In gleichgeschlechtlichen Kleingruppen (3-5 TN) werden die ausgewählten Sätze vorgestellt und erläutert. Anschließend erfolgt eine Bearbeitung nach folgenden Fragen: x Welche Aussagen treffen eures Erachtens tatsächlich zu, sind also keine Klischees? x Welche Klischees spuken auch heute noch in den Köpfen von Jugendlichen herum? x Unter welchen Klischees leiden Jugendliche ganz besonders? x Kennt ihr noch weitere Klischees, die nicht auf den Listen stehen? |
| Auswertung |
Die Ergebnisse werden, nach Fragen getrennt, im Plenum vorgestellt. Leitfragen im abschließenden Plenum: x Was ist mir klar geworden? x Welche Fragen habe ich noch? |
| Variante |
Die männlichen GM benennen durch Vergabe von Punkten, welche Klischees über Frauen heute noch wirksam sind. Die weiblichen Gruppenmitglieder verfahren entsprechend mit den Klischees über Männer. Jede/r darf 3 Punkte vergeben, verteilt auf eine, zwei oder drei Aussagen. Die Punkte werden in die Liste eingetragen. Anschließend erfolgt ein Austausch im Plenum. |
| Erfahrungen und Hinweise |
Häufig gibt es zu einzelnen Aussagen heftige Diskussionen, weil männliche und weibliche GM zum Teil sehr verschiedene Sichtweisen haben („Wenn Frauen nein sagen, meinen sie vielleicht!“). Vielen Jugendlichen ist zwar der Unsinn der Klischees bewusst, es fällt ihnen aber in konkreten Situationen trotzdem nicht leicht, sich dagegen abzugrenzen („Sex ist gleich Geschlechtsverkehr“). Da für diese Übung ein gewisses Maß an Erfahrung notwendig ist, fühlen sich vor allem ältere Jugendliche angesprochen. |
Klischees über Frauen:
- Frauen müssen sich erobern lassen.
- Frauen sind nicht so interessiert an Sex wie Männer.
- Wenn er mich liebt, weiß er einfach, was ich mag.
- Frauen brauchen romantische Sexualität.
- Die Frau gibt sich hin.
- Sex ist gleich Geschlechtsverkehr.
- Frauen sollen mehrere (multiple) Orgasmen haben.
- Der einzig richtige Orgasmus wird durch das Eindringen des Penis erreicht, am besten ist es, wenn die Partner ihn gleichzeitig erleben.
- Ehemänner dürfen über ihre Frauen bestimmen.
- Sex löst alle Probleme.
- Wenn Frauen „nein“ sagen, meinen sie „vielleicht“.
- Eine Frau gibt nicht gleich alles.
- Frauen wollen bei einem Mann die letzte sein.
- Eine Frau muss immer ihre „Geheimnisse“ vor dem Mann behalten.
- Eine Frau muss sich rar machen.
- Frauen sind immer die Leidtragenden (Schwangerschaft, Abtreibung, Krankheiten,...)
- Anständige Frauen sind nicht sexuell aktiv.
Klischees über Männer:
- Männer sollen gewisse Gefühle nicht haben oder zumindest nicht zeigen.
- Beim Sex, wie überall sonst, zählt nur die Leistung.
- Der Mann übernimmt beim Sex Verantwortung und Führung.
- Ein Mann ist immer bereit und willig.
- Für Sex ist eine Erektion erforderlich.
- Sex ist gleich Geschlechtsverkehr.
- Befriedigender Sex ist eine steigende Erregung, deren Resultat ein Orgasmus sein muss.
- Sex soll jederzeit natürlich und spontan sein.
- „Er“ ist einen halben Meter lang, hart wie Stahl und macht die ganze Nacht nicht schlapp.
- Männer sollen älter, größer, klüger und erfahrener sein als Frauen.
- Muskelmänner können „es“ besser.
- Männer wollen bei einer Frau der erste sein.
- Männer müssen sich vor der Ehe erst einmal die „Hörner abstoßen“ und sich austoben.
- Bei einem richtigen Orgasmus ist man völlig von Sinnen (flippt man völlig aus).
- Männer wollen nur „das Eine“.
- In unserem aufgeklärten Zeitalter üben diese Klischees keinen Einfluss mehr auf uns.
