Impuls zum Kreuz
Infobox:
Dauer: 30 Min
TN-Zahl: beliebig
Ort: Gruppenraum
Materialien: Papier, Pinsel, Wasserfarben, 1 frisches Aststück pro TN, postkartengroße Blätter, Stifte
Anleitung:
| Inhalt | Material |
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Einstieg Je zwei TN malen mit Pinsel und Wasserfarben ein Kreuz: die eine Person die Linie von oben nach unten, die andere gleichzeitig (aber mit anderer Farbe) einen Strich von links nach rechts. Genau in der Kreuzung beider Farben entsteht die „ungeahnte“ neue Farbe. |
Pinsel, Wasserfarben, Papier |
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Ich bin gekreuzt Für die folgende Natur-Meditation braucht jede*r ein Aststück von etwa 25 cm Länge. Wichtig ist, dass diese Stückchen frisch und geschmeidig sind, damit sie beim starken Anspannen nicht ganz auseinanderbrechen. Alle haben ihr Aststückchen in der Hand und führen bei den sieben angegebenen Schritten das Entsprechende aus. Mit kurzen Sätzen wird das meditative Tun ergänzt. |
frisches Aststück für jede*n TN |
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Gerade sein Den Ast anschauen, ihn an den Händen fassen, ihn „sprechen“ lassen.
Dieses Stück Ast ist ein Geheimnis für mich und mein Leben. So bin ich, oder besser, so möchte ich sein: jung, gesund, voller Kraft und Leben, gut gewachsen, natürlich und schön, gerade und richtig. Alles in meinem Leben sollte glatt gehen! |
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Gespannt sein Den Ast mit beiden Händen anspannen, erst leicht, dann etwas stärker.
Nur keine Angst vor Anforderungen. Ich verkrafte einiges. Mich bringt so schnell nichts um. Ich schaff das schon! Ich lasse mich nicht unterkriegen. Denen werde ich es zeigen! Ich bin doch kein Kind mehr. So schnell geb ich nicht auf. Ich kann das schon allein. Ich brauch dazu niemanden. Selbst ist der „Mann“, die „Frau“! |
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Belastet bis zum Äußersten Den Ast immer stärker biegen, die Spannung nachfühlen und aushalten.
Schlimme Belastungssituationen! Ich bin gespannt bis zum Äußersten. So ein Stress! Es wird zu viel. Das ist ja nicht zum Aushalten! Was soll das Ganze? Das schaff ich nicht mehr. Es geht über meine Kräfte. Ich beginne, an mir und an den anderen zu zweifeln. Es geht auf Biegen und Brechen. Ich kann nicht mehr. Das hat doch keinen Sinn. Jetzt geb ich auf! |
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Angeknackst sein Den Ast biegen, bis er knackst; nicht ganz durchbrechen!
Schuld, Leid, Enttäuschung! In mir ist etwas gerissen, gebrochen. Es war zu viel! Ich bin gebrochen. Sinnlos! Es besteht keine Aussicht mehr. Ich hab versagt. Hoffnungslos! Dass mir das passieren muss! So gemein! Das hab ich nicht verdient! In mir ist alles leer und ausgebrannt. Warum soll ich weitermachen? Warum? Aus, Ende, nichts mehr! Einfach aus! Einfach aus? |
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Gebrochen sein Die Bruchstelle anschauen, hineindenken und -fühlen in diese offene Mitte.
Bis jetzt lief alles glatt. Wie beim Ast war mein Leben – oberflächlich. Die Mitte blieb verschlossen. Die Bruchstelle reißt auf, liefert aus, macht offen, ermöglicht einen Blick in das Innere, in die Tiefe. Das bin ich also. Ich erfahre mich anders, ich erlebe mich neu. Und der/die andere? Ich kann mich nicht mehr vor ihm verstellen. Hilf mir! Nimm mich so an, wie ich bin! |
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Dem*der anderen begegnen Mit einer anderen Person zusammengehen, den gebrochenen Ast der anderen auf mich wirken lassen, dann langsam die Bruchstelle unserer beiden Äste zusammenfügen (die Äste müssen kreuzweise liegen) und ineinander drücken.
Auch der*die andere ist gebrochen, verletzt und schwach, aufgebrochen und offen. Wir brauchen einander nichts mehr zu verheimlichen. Unsere Masken sind gefallen. Ich kann dem*der anderen mein Versagen zugeben. Ich brauch mich nicht zu schämen. Ich darf ein Stück von mir preisgeben. Wir können einander trauen. Die Stelle des Gebrochenseins – eine Chance für Begegnung, für echtes Verstehen, für Einssein? |
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Gekreuzt sein Die Stäbe etwas zurechtbiegen, das gemeinsame Kreuz anschauen.
Ich bin gekreuzt mit dem*der anderen.
Mein Stab, sein*ihr Stab – unser gemeinsames Kreuz! Wird die schwächste Stelle meine stärkste? Wächst aus meiner Schwachheit Kraft? Ist das vielleicht der Sinn von Leid?
Christus, dieses Kreuz, Dein Kreuz ist Zeichen der Begegnung, ist ein neuer Anfang, ist Leben für mich, für uns! |
Erstellt von: Sebastian Rappl 2009
Aktualisiert von: Miriam Mair 2026
