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Inhalt:

Maiandacht „Kaktus"

Gottesdienste | Jahreskreis
Erntedank in der Pfarrkirche von Spital am Pyhrn.

Infobox

Dauer: 45 Min

TN-Zahl: mind. 1

Ort: ruhiger, ungestörter Ort; kann auch im Freien gefeiert werden

Materialien: Gotteslöber, evt. Musikinstrumente, Kaktus, Weihrauch, Kohle, Kopien mit Liedtext, Stifte, Zettel, Sterne, Schnur, Wäscheklammern 

 

Anleitung:
 

Inhalt Material

Lied 
Groß sein lässt meine Seele den Herrn (Jubilate Deo 717) 

Liedzettel, evt. Musikinstrumente 

Beginn

Beginnen wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen 

 

Einführung

Der Winter ist vorbei, draußen ist es grün geworden. Alles sprießt und blüht. Im Monat Mai verehren wir besonders Maria. 
  

Maria wird mit Blumen, Pflanzen und der aufblühenden Natur in Verbindung gebracht. 
  

Sie wird in der kirchlichen Tradition als reinste und edle Rose beschrieben. Als keusche Jungfrau und unbefleckte Empfängnis. Doch mit diesen frommen Begriffen kann ich wenig anfangen. 
  

Ich möchte mit euch heute einen neuen Blick wagen: Ein Kaktus. Vielleicht ist es gerade ein Kaktus, der uns als Christ*innen ein Maßstab für unser Leben sein kann. 
  

Er hat nämlich ein paar Eigenschaften, die für uns Christ*innen ein gutes Beispiel sind und die uns vielleicht auch einen neuen Blick auf Maria, auf Jesus und auf unser eigenes Leben ermöglichen.

 

 

Lied

Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen (GL 400) 

 

Gotteslöber, evt. Musikinstrumente 

Kaktusmeditation 1 

Werfen wir nun also einen Blick auf die Merkmale eines Kaktus‘. Als erstes: Ein Kaktus ist sehr aufnahmefähig. 
  

Kakteen haben sich im Laufe ihrer Entwicklung daran angepasst, dass sie – wenn sie Wasser bekommen – möglichst viel von dieser Feuchtigkeit in sich aufnehmen und speichern. 
  

Immer wieder gibt es in unserem Leben schöne Momente und Augenblicke, in denen wir uns Gott nahe fühlen. Doch solche Momente vergehen leider oft allzu schnell. Wie ein Kaktus sollten wir 
diese Momente in uns speichern. 
  

Das würde uns wohl auch Maria vorschlagen: In der biblischen Überlieferung der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas lesen wir: Maria bewahrte alles was sie gehört und gesehen hatte in ihrem Herzen. 

 
Für Maria war die Geburt Jesu ein einmaliges Ereignis. Sie spürte die Nähe Gottes und hat die Frohe Botschaft in sich gespeichert. 
  

Ich lade euch nun ein selbst darüber nachzudenken, wo ihr in der letzten Zeit schöne Momente erlebt habt, die ihr gespeichert habt. 

  • Wann hatte ich in den vergangenen Tagen solche Momente des Glücks? 
  • Gab es Situationen, wo ich gespürt habe, Gott ist mir nah? 
  • Welche Sternstunden konnte ich in den vergangenen Tagen erleben? 

  

Kurze Stille 

 

Aktion 

Ich lade euch jetzt ein auf diese Sterne eure Sternstunden auszuschreiben. Anschließend werden wir sie mit Wäscheklammern auf dieser Schnur aufhängen. 

 

Sterne, Schnur, Stifte, Wäscheklammern 

Lied 

 Herr du bist mein Leben (GL 456, 1.-2. Strophe) 
 

Gotteslöber, evt. Musikinstrumente 

Kaktusmeditation 2 

Das zweite Merkmal eines Kaktus‘ hängt sehr mit dem ersten zusammen: 
 

Dadurch, dass er so aufnahmefähig ist, hält er auch die trockenen Zeiten durch und bleibt selbst in Dürreperioden am Leben. Er ist von Anfang an darauf eingestellt, dass irgendwann auch mal schlechte Zeiten kommen werden. Und genau dies musste Maria und müssen auch wir immer wieder erleben. Neben den Sternstunden gibt es auch die Dunkelheit, neben der Freude auch immer wieder Enttäuschungen. Niemand lebt sein ganzes Leben in einer heilen Welt. 
  

Maria musste mit ansehen, wie ihr Sohn am Kreuz hing. Für eine Mutter gibt es nichts Schlimmeres, als ihr eigenes Kind sterben zu sehen. Vielleicht ahnte sie, was auf sie zukommen würde und stellte sich schon vorher darauf ein. Durch das Vertrauen auf Gott hat sie Kraft gefunden. Denn der Kaktus macht uns deutlich: 
Wenn wir auf die schweren Zeiten vorbereitet sind, können wir vielleicht leichter damit umgehen. Wenn wir die guten Augenblicke, die Sternstunden, die Nähe Gottes ganz intensiv in uns aufnehmen und speichern, können wir vielleicht auch schwere Zeiten besser durchstehen. 
  

Das verhindert zwar keine Dürreperioden, aber man kommt besser darüber hinweg – bis zur nächsten Regenzeit. 

 

Wie geht es dir mit Dürreperioden im Leben?

 

 

Lied
Herr du bist mein Leben (GL 456, 3.-4. Strophe) 
 

Gotteslöber, evt. Musikinstrumente 

Kaktusmeditation 3 

Noch einmal zurück zum Kaktus. 

 

Kommen wir zu dem Merkmal, das uns allen wohl als erstes eingefallen ist: Die Stacheln.  

 

Zwar kann ein Kaktus sehr dekorativ sein, er kann durchaus auch eine angenehme Oberfläche haben. Aber er sticht eben auch. Ohne wirklich „aggressiv“ zu sein, wehrt er sich damit gegen die, die ihm an das Gute wollen, das er gespeichert hat. Er braucht diese Stacheln um – im wahrsten Sinne des Wortes – standhaft zu bleiben gegenüber den Widrigkeiten seiner Umgebung. Und er braucht diese Stacheln auch, um das Wunderbare zu schützen, das er in sich gespeichert hat.  

 

Es ist wichtig im Leben selbstbewusst zu sein, seine Meinung sagen zu dürfen und auch ein bisschen zu sticheln. Aber niemals aggressiv und niemals so, dass man andere damit bewusst verletzt.  

 

Seien wir mutig, ja seien wir mutiger für das Gute in der Welt einzutreten. Für Gerechtigkeit, für Solidarität, für Frieden und für die Liebe.  

 

Aktion 

Wir alle müssen manchmal mutig sein. Wir brauchen Mut, um uns schwierigen Situationen zu stellen. Wobei musst du mutig sein? Wenn du möchtest, dann male oder schreibe eine Hoffnung, einen Wunsch oder ein Gebet für Mut auf einen dieser Zettel. 

 

Zettel, Stifte 

Lied 

Zu Beginn ihrer Schwangerschaft besucht Maria die Verwandte Elisabeth. Elisabeth ist selbst schwanger mit Johannes dem Täufer. Elisabeth weiß: das Kind von Maria ist Gottes Sohn. Sie loben und preisen Gott! Die Freude über die Geburt Jesu kann Maria kaum fassen und fängt an zu singen. Sie singt ein Loblied auf Gott, das Magnificat. 

 

In diesen Lobgesang Mariens, das Magnificat, wollen auch wir einstimmen und Gott loben, für das, was er an uns tut. Als Zeichen der Freude wollen wir jetzt Weihrauch einlegen und den Wohlgeruch Gottes auf uns wirken lassen. 

 

Magnificat (GL 390) 
 

Gotteslöber, evt. Musikinstrumente, Weihrauch, Kohle 

Fürbitten 

Bitten wir Gott um Beistand für uns und andere.  

 

Vielleicht erinnern wir uns jetzt gerade an Personen, die das Gefühl haben, in der Wüste zu stehen, weil nichts klappt oder weil sie Angst haben.  

 

Vielleicht denken wir auch an solche „Trockenzeiten“ in unserem eigenen Leben, die uns bevorstehen, Situationen, vor denen wir Angst haben. 

 

All das können wir in einigen Augenblicken der Sille in Gedanken vor Gott bringen und ihn bitten, dass er uns und den anderen hilft, wie ein Kaktus zu sein: Das Gute zu erkennen und zu bewahren, dadurch Kraft zu schöpfen auch für schwere Zeiten, und standhaft für das Gute einzutreten. 

Stille
 

 

Vater unser 

Fassen wir unsere Bitten, Ängste, Sorgen und Fragen in dem Gebet zusammen, das uns mit den Christ*innen auf der ganzen Welt verbindet: Vater unser im Himmel… 
 

 

Kaktusmeditation 4 

Eine wichtige Fähigkeit der Kakteen haben wir aber bislang vergessen: sie können aufnehmen, speichern, bewahren und - blühen!  

 

Sie blühen nicht immer und ständig, aber hin und wieder schon. Das ist der Sinn dieser ganzen anderen Eigenschaften. Es geht nicht nur ums eigene Überleben, es kommt darauf an, andere daran teilhaben zu lassen, was man an Gutem erlebt und gespeichert hat.  

 

Wenn man nur für sich selbst sammeln würde, wäre die Welt eine Wüste, die nur aus dornigen, langweiligen Kakteen bestehen würde. Wenn man aber hin und wieder auch anderen davon erzählt, wenn andere an uns die Begeisterung, die Freude spüren, dann können wir trockene Wüsten in blühende Landschaften verwandeln. 
 

 

Segen 

Bitten wir Gott um seinen Segen dazu.  

Segnen bedeutet „Gutes zusagen“.  

Gott sagt uns Gutes zu – sagen auch wir Gutes weiter.  Gott ist für uns da – seien auch wir für andere da.  

Gott, auf die Fürsprache der Mutter Maria bitten wir dich: Sei mit uns auf unseren Wegen, begleite uns in guten und in schweren Zeiten mit deinem Segen.  

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen 
 

 
Lied:
Segne du Maria (GL 535) 
 
Gotteslöber, evt. Musikinstrumente 


Erstellt von: Katholische Jugend Südtirol (Stefan Plattner)

 

Aktualisiert von: Teresa Mayr, 2026

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