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Inhalt:

Do you hear me?

Ganze Gruppenstunden | Gesellschaftspolitik
Agnes Schützenhofer, Tobias Renoldner, Christopher Kopecny und Christian Freisleben-Teutscher im Demo-Zug der Regenbogenpastoral bei der Pride Parade Linz

Infobox

Dauer: 60+ Min

TN-Zahl: 6 – 20

Ort: beliebig

Materialien: Plakatpapier und Zettel, Stifte (Plakatschreiber, Kugelschreiber, Filzstifte), Vorlagen aus dem Jugendsonntagspaket 2026, Klebestreifen, evtl. Klebstoff, Scheren, evtl. Musikinstrumente – Details siehe bei den einzelnen Übungen.

 

Anleitung:

Dauer in Min Inhalt Material

30

Stille Post XXL 
Drei oder vier Freiwillige verlassen den Raum.

Den verbleibenden Teilnehmenden wird der Ablauf der Übung erklärt. Evtl. können diese sich Notizen machen, was ihnen im Beobachten des Weitererzählens auffällt.  

Die erste Person wird von draußen hereingeholt und bekommt die Aufgabe, sich die Geschichte (siehe Anhang) anzuhören, die die Gruppenleitung möglichst lebendig und auch mit Ausschmückungen erzählt. Vorerst gibt es keinen Hinweis darauf, sich alles möglichst genau zu merken, und auch keinen Hinweis darauf, dass die Geschichte danach weiterzählt werden soll! Denn wenn wir wissen, dass wir den Inhalt des Gehörten für uns brauchen, hören wir ganz anders und viel aufmerksamer zu, als wenn es nur darum geht, dem Gegenüber zuzuhören. Mitschreiben und Einsagen ist nicht erlaubt. Erst nachdem sich die Person die Geschichte angehört hat, erhält sie den nächsten Auftrag, die Geschichte der/dem nächsten Freiwilligen möglichst genau weiter zu erzählen. So geht es von einer Person zu anderen weiter. Auch die/der letzte Teilnehmende, die/der von draußen hereinkommt, erzählt die Geschichte am Ende noch einmal für alle. 

Danach wird die Ursprungsgeschichte noch einmal erzählt oder vorgelesen. Abgesehen vom Unterhaltungswert, was aus der Geschichte geworden ist, kann man noch einigen Fragen nachgehen:

  • Welche Teile der Geschichte sind weggefallen? Welche Teile haben sich stark verändert oder wurden neu erfunden?
  • Was könnten Gründe für diese Veränderungen sein?
  • Wo ist uns das im Alltag schon passiert, dass sich Tatsachen so stark verändert haben? Ist so etwas harmlos oder gefährlich?
  • Wann höre ich richtig zu?

Quelle: Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit www.baustein.dgb-bwt.de und Mauthausen Komitee Österreich

 

evtl. ausgedruckte Geschichte
Sesselkreis oder andere gemütliche Sitzgelegenheiten

15

Impulssätze ergänzen
Jeder für sich oder in der Gruppe ergänzen wir folgende Sätze: 

  • Ich fühle mich gehört, wenn…
  • Ich selbst höre richtig und gut zu, wenn…
  • Es nervt mich, wenn…
  • Erwachsene hören oft nicht…
  • Freunde hören gut zu, wenn…

Anschließende Reflexion 
 

Stifte (Kugelschreiber)
Zettel (evtl. mit vorgedruckten Satzanfängen)

15

Plakate gestalten
An der Wand hängen drei Plakate mit folgenden Überschriften: 

  • Wird gehört
  • Wird manchmal gehört
  • Wird nicht gehört

Auf Kärtchen finden sich folgende Personengruppen:
Influencer, Flüchtlinge, Jugendliche, Kinder, Politikerinnen (evtl. aufgespaltet in verschiedene Partei-zugehörigkeiten), Lehrer, Wissenschaftlerinnen, Lobbyisten, Senorinnen, Menschen mit Behinderung, Obdachlose, Psychisch Kranke, Menschen mit wenig Geld, Spitzensportlerinnen, überforderte Menschen, Diktatoren, Alleinerzieherinnen, einsame Menschen, Außenseiter in der Klasse, Klassenclownin, Popstar, Kabarettistinnen, Aktivisten (z.B. Fridays for future), Bürgermeisterinnen… (gerne noch eigene Gruppen auswählen).

(Die Geschlechter bei den genannten Gruppen sind abwechselnd männlich und weiblich, dürfen aber alle gegendert werden – manchmal ist aber ein Geschlecht auch nochmal anders zu bewerten wie das andere – denkt da gerne auch darüber nach, ob es einen Unterschied macht, ob es um die männlichen Vertreter geht oder um weibliche.)

Wähle als Gruppenleiter*in fünf bis zehn Gruppen aus, die ihr diskutieren möchtet (die auch für die Gruppe je nach Entwicklungsstand passend sind). 


Die Gruppe ordnet die Personengruppen auf den Kärtchen den drei Plakaten zu (festkleben, wenn man sich einig ist).


Diskutiert über die (von dir ausgewählten 5 – 10) Gruppen und überlegt:

  • Warum stehen manche Gruppen auf dem letzten Plakat?
  • Wer entscheidet eigentlich, wessen Stimme wichtig ist? Wer entscheidet, dass beispielsweise Influencer*innen so laut gehört werden und z.B. Menschen mit wenig Geld nicht?
  • Was führt dazu, dass wir die einen hören, die anderen nicht?
  • Was müsste passieren, damit diese Personen gehört werden?
  • Was könnte ich dazu beitragen?
 

15

 

Das Privilegienspiel mit verteilten Rollen

Jede*r wählt eine Rolle aus (z.B. aus dem Spiel davor, achtet darauf, dass keine Rolle doppelt vorkommt) und beschriftet sich mit einem Klebekrepp-Streifen mit dieser Rolle. Ihr könnt euch auch einen passenden Namen geben. 
Alle stellen sich in den hinteren Teil des Raums oder hinter eine Startlinie. Es symbolisiert, dass alle gleich geboren werden und eigentlich alle dieselben Anfangsbedingungen haben. 
Dann werden verschiedene Aussagen vorgelesen. Wenn diese Aussage auf die jeweilige Rolle zutrifft, bzw. umsetzbar erscheint, geht die/der TN einen Schritt nach vorne. 

 

Aussagen:

  • Meine Eltern konnten mir immer helfen.
  • Ich bin in einem sicheren Umfeld aufgewachsen.
  • Ich musste nie Angst haben, ausgelacht zu werden. 
  • Ich fühlte mich in der Schule ernstgenommen. 
  • Ich habe jemanden, der mir zuhört.
  • Ich werde selten wegen meines Aussehens beurteilt.
  • Geld spielt keine Rolle.
  • Ich hatte nie Angst, ausgegrenzt zu werden.
  • Andere Menschen finden mich cool.
  • Ich habe viele Talente.
  • In meinem Umfeld hören andere auf meine Meinung.
  • Ich habe eine große Familie, die zusammenhält.
  • Eine Karriere zu machen, war für mich nicht schwierig.
  • Unterstützung zu bekommen, ist für mich nicht schwierig.

Am Ende stehen alle unterschiedlich weit vorne. Es kommt nicht darauf an, wie weit jemand im Spiel gekommen ist, sondern besprecht:
Warum hängt es so stark davon ab, in welcher Rolle ich stecke, um voranzukommen?
 

 

Klebekrepp
Plakatstifte
30

Bearbeitung des Jugendsonntags-Evangeliums
Jemand liest das Evangelium vom Jugendsonntag laut vor. (Mt 25, 31-46 – siehe auch Jugendsonntags-Materialheft 2026)


Was bedeutet diese Bibelstelle für Menschen mit unterschiedlichen Chancen?

 

Versucht nun das Evangelium zu vertonen (mit Geräuschen, unterschiedlichen Rollenverteilungen beim Vorlesen oder mit Musikinstrumenten – im Verleih der Katholischen Jugend OÖ gibt es z.B. Boomwhackers oder eine Musiktasche mit verschiedenen Percussion-Instrumenten zum Ausborgen. vielleicht gelingt euch auch ein Musikstück – Tipp für iPhone-Nutzer*innen: Garage Band). 


Ihr könnt auch Kommentare sammeln und aufschreiben, die dann nach dem Evangelium im Kirchenraum verteilt gerufen werden. 

 

Evangeliumsstelle
evtl. Gegenstände zum Musikmachen
evtl. Instrumente
Papier und Stifte

15

Abschlussimpuls

Legt ein großes Ohr (z.B. Scherenschnitt aus dem JuSo-Paket) auf Papier in die Mitte und jede*r schneidet zusätzlich den Umriss der eigenen Hand aus.
Auf das Ohr schreibt ihr Aussagen zu:
„Ich wünsche mir Menschen, die mir zuhören, wenn…“
In den Umriss der eigenen Hand schreibt jede*r für sich „Diese Menschen möchte ich in Zukunft bewusster wahrnehmen:“
Ev. können die ausgeschnittenen und beschrifteten Hände zum Schluss rund um das Ohr geklebt werden. 
Das Ohr kann schon mit der Beschriftung im Gottesdienst weiterverwendet werden. 


Zum Schluss kann der Satz aus Mt 25 als Appell für alle TN in die Mitte gelegt werden:
„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ 


Auch eine Hörübung eignet sich als Abschluss: Öffnet die Fenster im Raum oder legt euch bei schönem Wetter auf eine Wiese und achtet bewusst darauf: Was höre ich?
 

Plakat oder Scherenschnitt-Ohr und Kleber
Stifte (Filzstifte, Kugelschreiber)
Papier
Scheren

 

Geschichte als Vorschlag für Stille Post XXL:

Wir sind in der supervollen Regionalzug von Linz nach Wels unterwegs gewesen. Plötzlich fällt einem dunkelhaarig, fremdländisch wirkendem, kleinen Mann mit Tirolerhut seine Aktentaschen aus dem Arm und knallt auf den Boden. Weil es so eng ist, kann der Mann sie nicht mehr aufheben und bittet die umstehenden in gebrochenem Deutsch, dass sie etwas Platz machen mögen. Aber in dem Moment hält der Zug in Hörsching und ein paar Leute drängen Richtung Ausgang. Dabei stoßen sie den kleinen Mann um, der noch versucht, seine Tasche zu erwischen. Eine elegante Dame sagt relativ laut zu ihrem großen Begleiter „Fürchterlich, diese Ausländer!“ Als sich der Mann wieder aufrappelt, sieht er, dass sein Mantel völlig verschmutzt ist. Und dann bemerkt er, dass seine Tasche weg ist. Er reagiert blitzschnell, springt aus dem Zug und redet den Schaffner an, der am Bahnsteig steht und wartet, bis alle aus- und eingestiegen sind. Er berichtet ganz aufgeregt, was alles passiert ist, und wirkt etwas verzweifelt. Er tut sich ja auch nicht leicht mit der Sprache.


Der Schaffner, ein großer, kräftiger Mann in einer ordentlichen Uniform mit rötlichem Backenbart und einer Brille mit getönten Gläsern holt lächelnd aus dem Zug aus einem geschlossenen Fach die gesuchte Tasche hervor und überreicht sie dem Mann. Dieser bedankt sich überschwänglich, zieht seinen Hut und läuft schnell die Stufen vom Bahnsteig hinunter. 
 

 

Erstellt von: Dagmar Öhler & Petra Lindinger 2026 

 

 

  

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